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Aphasie- Was bedeutet das?

Aphasie ist ein medizinischer Fachausdruck und bedeutet „Verlust der Sprache“. Wichtig ist, dass trotz des Sprachverlustes die meisten geistigen Fähigkeiten erhalten geblieben sind. Es handelt sich also nicht um einen Intelligenzverlust!

Aphasie ist ein medizinischer Fachausdruck und bedeutet „Verlust der Sprache“. Wichtig ist, dass trotz des Sprachverlustes die meisten geistigen Fähigkeiten erhalten geblieben sind. Es handelt sich also nicht um einen Intelligenzverlust!
Bei einer Aphasie handelt es sich um eine spezielle Art von Sprachstörung, die durch eine Hirnverletzung hervorgerufen wurde. Sie trifft also Menschen, die vorher eine völlig normale Sprache hatten. Es kann z. B. zu Wortfindungsstörungen, Sprachverständnisproblemen, inkorrekte Nutzung von Wörtern, Artikulationsstörungen, falscher Gebrauch der Grammatik, Sprechunflüssigkeiten und einer veränderten Prosodie kommen.

Die häufigste Ursache ist der Schlaganfall (Insult/Apoplex). Dieses Störungsbild ist die Folge einer Durchblutungsstörung im Gehirn, z. B. durch eine Mangeldurchblutung oder eine Hirnblutung. Diese Symptome können Ihnen und Ihren Angehörigen helfen, mögliche Symptome eines Schlaganfalls zu erkennen:
- Schwäche oder Gefühlsstörung einer Körperseite
- plötzliche massive Kopfschmerzen
- plötzliche Sehstörungen (meist auf einer Seite), Doppelbilder
- plötzlich einsetzende Gangunsicherheit oder Schwindel

Es ist wichtig diese Symptome sofort ernst zu nehmen! Es gilt immer diese Devise: Desto schneller die Patienten medizinisch versorgt werden umso besser ist die Prognose des Krankheitsverlaufes.
Weitere Ursachen können Schädel- Hirn- Verletzungen, Hirntumore oder entzündliche Prozesse im Gehirn sein.



Ein Aphasiker kommt zu Wort:

„Als ich aus dem Koma erwachte, bemerkte ich, dass ich meinen rechten Arm und mein linkes Bein nicht bewegen konnte. Ich wollte aufstehen, aber es ging nicht. Mir wurde klar, dass ich im Krankenhaus lag. Endlich kam die Visite und ich sagte dies dem Arzt und den Schwestern. Ich wollte wissen, warum und was mir passiert sei. Aber man lachte nur und sprach für mich in Worten, die ich nicht begreifen konnte. Ich habe mich noch nie so hilflos und verlassen gefühlt.“

Um solche Situationen angenehmer gestalten zu können, sollten Sie Folgendes zum Umgang mit Aphasikern wissen:
- Patienten sind NICHT geistig behindert
- Würde des Menschen bewahren
- Geduld bewahren! Zuhören bedeutet Warten!
- langsamer sprechen, auf den Patienten eingehen
- versuchen, die Sprache des Patienten zu deuten (auch Mimik und Gestik)
- versuchen, sich in den Patienten hineinzuversetzen
- 1/3 aller Aphasiepatienten leiden an einer Depression
- schließen Sie die Patienten nicht aus der alltäglichen Kommunikation aus
- bewahren Sie die Selbständigkeit des Patienten so gut wie möglich

Der Logopäde Ihres Vertrauens hilft Ihnen gern, mögliche Fragen zu klären und Ihnen beratend zur Seite zu stehen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!
Anne Glanz